Am 24. September soll im Heidenauer Stadtrat über einen gemeinsamen Antrag von AfD, CDU und BOD (Bürgerinitiative Oberelbe für mehr Demokratie) abgestimmt werden, in dem gefordert wird, das Gedenken an die Opfer des NS-Regimes auf den Nordfriedhof am Stadtrand zu verlagern und gleichzeitig keine Stolpersteine in der Stadt mehr anzulegen.
Argumentiert wird damit, dass die Stolpersteine nicht würdevoll sind, weil über sie drüber gelaufen wird. Was erst einmal nachvollziehbar klingt, würde aber das Gedenken aus der Stadt verlagern und somit nicht mehr sichtbar machen.
Stolpersteine liegen direkt im Gehweg und erinnern Menschen so auch im normalen Alltag an die Geschichte der Opfer, denn auf den Steinen sind sie nicht nur Nummern, wie auf Gedenktafeln, sondern es wird über Geburtsjahr und Schicksal einer konkreten Person berichtet.
Außerdem ist für uns klar: Die AfD ist in Sachsen als gesichert rechtsextrem eingestuft. Vor diesem Hintergrund betrachten wir einen Antrag, der das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus aus dem öffentlichen Stadtbild zurückdrängen würde, mit großer Sorge. Unabhängig von den von den Antragstellern genannten Gründen halten wir eine solche Verlagerung für den falschen Weg. Deswegen kritisieren wir Jusos Sächsische Schweiz-Osterzgebirge den Antrag der genannten Fraktionen scharf und solidarisieren uns mit der „Stiftung – Spuren – Gunter Demnig“, die sich schon seit längerer Zeit für neue Stolpersteine in Heidenau einsetzt.
Einer unserer Sprecher hat dazu eine klare Aussage:
„Das Problem besteht nicht darin, dass Menschen über Stolpersteine hinweggehen. Das Problem besteht darin, wenn über ihre Bedeutung nicht ausreichend aufgeklärt wird. Man soll über sie stolpern – nicht unbedingt mit den Füßen, sondern mit den Gedanken. Sie sollen dazu führen, dass man innehält, den Blick senkt und sich bewusst macht, warum dieser Stein dort liegt und an welchen Menschen er erinnert. Genau dieses Innehalten ist gewollt und Teil des ursprünglichen künstlerischen Konzepts.“
~ Maximilian Strüning, Mitglied des Sprecher*innenrates der Jusos SOE
Grundsätzlich unterstützen wir die Ansicht der Heidenauer Stadtverwaltung, die nach Informationen von saechsische.de angibt, eine Gedenktafel auf dem Nordfriedhof zu prüfen, das Gedenken aber nicht aus der Stadt hinaus verlagern möchte und somit sich für die Ablehnung dieses Antrages ausspricht.
