Im Vorfeld der anstehenden Sportministerkonferenz sowie eines Austauschs zwischen DFB, DFL und Proficlubs wirbt die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag für eine sachliche und lösungsorientierte Debatte über Sicherheit im Fußball. Der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Albrecht Pallas, betont dabei die Bedeutung funktionierender Strukturen und präventiver Ansätze.
„Ich plädiere sehr für eine sachliche Debatte, die auch positive Entwicklungen in den Blick nimmt. Emotionen gehören zum Fußball dazu. Aber in der politischen Debatte über ein sicheres Stadionerlebnis ist ein kühler Kopf wichtig“, erklärt Pallas. Drohszenarien über eine mögliche Übernahme von Polizeikosten durch Vereine oder Forderungen nach der Abschaffung lokaler Stadionverbotskommissionen führten aus seiner Sicht nicht weiter. „Wir müssen uns doch ehrlich machen und schauen: was funktioniert.“
Ein zentraler Baustein für mehr Sicherheit seien die Fanprojekte. Diese leisteten wichtige präventive Arbeit, seien nah an den Fans und verfügten über pädagogische Expertise. „Da sehe ich zuallererst die präventive Arbeit der Fanprojekte, die sich vor Ort auskennen und mit den meist jungen Menschen in den Vereinen pädagogisch arbeiten. Diese sollten wir unbedingt stärken“, so Pallas. Er fordert, dass sich auch die Proficlubs stärker an der Finanzierung beteiligen: „Hier wünsche ich mir, dass die Sportminister den Verbänden klar signalisieren, dass der Förderanteil der Proficlubs höher sein sollte, um die wichtige Arbeit abzusichern. Das hilft mehr, als über die Übernahme der Polizeikosten nachzudenken.“
Darüber hinaus hebt Pallas die positiven Erfahrungen mit sogenannten Stadionallianzen hervor. In diesen arbeiten Vereine, Sicherheitsbehörden und weitere Akteure eng zusammen, um den Stadionbesuch sicherer und angenehmer zu gestalten. „Und ich sehe Stadionallianzen, die mit großer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit gelebt werden, den Stadionbesuch für alle angenehmer machen und in der Konsequenz auch zur Verringerung von Einsatzstunden bei der Polizei führen“, erklärt Pallas. Sachsen habe hier bereits gute Erfahrungen gesammelt. Auch ein Blick in andere Bundesländer zeige den Erfolg dieses Ansatzes: „In Bayern wurden die Stadionallianzen Ende letzten Jahres auf alle Standorte der ersten drei Ligen ausgeweitet. Hier wird gemeinsam Verantwortung übernommen. Das ist der richtige Weg.“
